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Chancen von Migrantinnen und Migranten als Unternehmer – Bund för-dert Forschungsvorhaben mit 450.000 Euro

Projektbetreuerin und Ansprechpartnerin für den Werra-Meißner Kreis ist Teresa Klug.

Von Migrantinnen und Migranten gegründete Unternehmen werden in ländlichen Regionen kaum wahrgenommen. Dabei schaffen sie Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung, beleben die Innen-städte, leisten Beiträge zur Integration und sind damit angesichts des demografischen Wandels wichtig für die nachhaltige Entwicklung.

„Unternehmen von Migranten kennen wir alle, gerade in der Gastronomie und im Handel sind sie nicht mehr wegzudenken, aber auch in anderen Bereichen stellen sie ein bemerkenswertes ökonomisches Potential dar. Dies gilt es besser zu nutzen und sichtbar zu machen. Wir freuen uns auf die neue Ko-operation und vor allem auf die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt an dem der Werra-Meißner-Kreis teilnimmt“, so Landrat Stefan Reuß.

Ziel des Projekts „MiGOEK - Migrantische Ökonomie für ländliche Regionen“ ist es, Gründerinnen und Gründern sowie Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund eine adäquate An-sprache, Beratung und Unterstützung zu bieten. Ein weiteres Ziel ist, durch Beratung und Workshops die interkulturelle Öffnung und Kompetenz von Verwaltung und Wirtschaftsorganisationen zu steigern.

Das inter- und transdisziplinäre Verbundprojekt „MiGOEK“ wird in Zusammenarbeit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) mit den Landkreisen Werra-Meißner, Cloppenburg und Holzminden durchgeführt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben im Rahmenprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA) ab April für insge-samt drei Jahre mit rund 450.000 Euro. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Leonie Wagner von der HAWK in Holzminden und Prof. Dr. Lahner aus Göttingen. Wissenschaftlich koordiniert wird das Pro-jekt von Dr. Anke Kaschlik. Für den Werra-Meißner-Kreis ist Teresa Klug als Ansprechpartnerin zu-ständig und über die Projektzeit bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft angesiedelt.

Um das Projektziel zu erreichen, sollen zunächst innovative Lösungswege und Instrumente mit lokalen Akteuren erprobt und erforscht werden. Einbezogen werden Verwaltung, lokale Politik, Organisationen wie Kammern, Verbände, Migrantenorganisationen sowie (potentielle) Gründer und Unternehmer.

Auf Grundlage von empirischen Erhebung und Auswertungen wollen die Projektbeteiligten zeigen, wie potentiale von Unternehmensgründungen durch Migranten für eine nachhaltige Entwicklung und Stär-kung kleiner Städte und ländlicher Regionen genutzt werden können. Dabei sollen nur bedingt neue Strukturen und Angebote geschaffen werden. Vielmehr werden vorhandene Angebote mit innovativen Ansätzen verknüpft und damit die Angebote verbessert. Mit Hilfe von mobilen Beratungsangeboten werden die spezifischen Bedarfe von Migranten die sich in ländlichen Räumen selbstständig machen möchten berücksichtigt. Gleichzeitig wird untersucht, in welcher Form ein dauerhaftes Beratungs- und Fortbildungsangebot umgesetzt werden kann.

Zur Zielgruppe gehören bestehende Betriebe, die durch Beratung und Fortbildung in ihrer Wettbe-werbsfähigkeit und mit Blick auf ihre Wachstumschancen gestärkt bzw. in wirtschaftlichen oder admi-nistrativen Fragen unterstützt werden können. Ebenfalls bedeutend sind in diesem Zusammenhang verbesserte Zugänge zu Verwaltung und Unternehmensnetzwerken. Entscheidende Multiplikatoren und „Türöffner“ sind an dieser Stelle Migrantenorganisationen. Das Vorhaben zielt zudem auf die Akti-vierung und Orientierung von Menschen mit Migrationshintergrund ab, die eine tragfähige Existenz-gründung planen oder für die Zukunft in Erwägung ziehen.

Die Ergebnisse sollen unter anderem in Veröffentlichungen und ein Online-Angebot einfließen, um auch anderen Regionen die Möglichkeit zu geben, die Erkenntnisse für sich zu nutzen.

Kontakt:
Teresa Klug
Projektbetreuung Werra-Meißner
E-Mail: teresa.klug1@hawk-hhg.de
Tel.: 05531/126-206

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